zuletzt geändert am
17.08.2016

Ausflug nach Essen

am 13. August 2016

Am Samstag, 13. August ging es für 70 Mitglieder und Freunde des Bergischen Heimatvereins zur Ruhrmetropole nach Essen. Das erste Reiseziel für diesen Tag war ein gemeinsames Frühstück im "Restaurant Hügoloss am Baldeney-See" mit tollem Blick auf den See. Gestärkt ging es dann weiter zur "Zeche Zollverein". Rund 50 Personen nahmen an der ca. 2-stündigen Führung über "Kohle und Kumpel" teil, die anderen machten eine Rundfahrt mit dem E-Bus übers Gelände. Um 15.oo Uhr ging es weiter zur Bergbausiedlung "Margaretenhöhe". Bei einem halbstündigen Spaziergang durch die Siedlung konnten die wunderschönen Häuser, Gärten sowie die Architektur bestaunt werden. Nach einer kurzen Fahrt erreichte die Gruppe gegen 16.30 Uhr die "Villa Hügel". Die Meisten hatten auch hier eine Führung durchs Haupthaus gebucht. Über das Parkgelände der Villa erreichten alle um 18.oo Uhr das Endziel dieses Tages, unser vom Frühstück bereits bekanntes "Restaurant Hügoloss". Hier hatten alle Teilnehmer bei Anmeldung zum diesjährigen Ausflug ihr Abendessen bereits ausgewählt. Um 21.oo Uhr ging es dann wieder Richtung Heimat.
Ein ganz besonderer Dank an die Organisatoren für die Planung und Durchführung dieses Tages.


Am Ende dieser Seite ist der Bericht des Mitorgansisators Wolfgang Rosenblatt

Bilder von Joanna Fichtler, Michael Burgmer und Paul Fichtler

vor der Abfahrt in Wickuhl


beim Frühstück


Weltkulturerbe Zeche Zollverein


Margaretenhöhe


Villa Hügel


beim Abendessen


Bericht des Mitorgansisators Wolfgang Rosenblatt

Fest im Jahresplan des Bergischen Heimatvereins ist ein Tagesausflug per Bus vorgesehen. In der Regel im August. So war es auch in diesem Jahr am 13. August 2016. Aus mehreren Vorschlägen hat sich der Vorstand für eine Tour zur Ruhrmetropole Essen entschieden. Unser Vorsitzender Paul Fichtler teilte mir die Entscheidung mit und das war dann der Anlass für mich, einen Plan zu erstellen mit der Auswahl der Ziele, der Zeitabläufe u. a. Bei einer Fahrt nach Essen habe ich mir die ins Auge gefassten Ziele angesehen, Informationen gesammelt, einen Zeitplan erstellt und dies alles dem Vorsitzenden zukommen lassen. Gemeinsam haben wir eine Vortour unternommen, Details abgesprochen und festgelegt. Der Vorsitzende hat dann die Tour nochmals überarbeitet. Und dann konnte der 13. August kommen.
Ein riesiger Bus mit einem Platzangebot für 70 Personen sammelte am frühen Samstagmorgen beginnend in Hoffnungsthal die ersten Fahrgäste auf, bis dann in Wickuhl der große Tross zustieg. Mit 15 Minuten Verspätung setzte sich der Bus in Bewegung Richtung Essen. Auf den Autobahnen ging es, trotz mehrerer Baustellen, recht zügig weiter und der Zeitverlust war nicht allzu groß.
Unser erstes Ziel war das Lokal Hügoloss oberhalb des Baldeneysee. Dort erwartete uns ein Frühstück, doch die Erwartungen waren etwas zu hoch gestellt. Das Angebot eines Frühstücksbüfetts mit zugehörigem Service hat es in dem Lokal zuvor offensichtlich noch nie gegeben, obwohl uns ein einwandfreier Service zugesichert wurde. Es hat dennoch geschmeckt.
Wir fuhren weiter zum nächsten Ziel, der Zeche Zollverein. Wir teilten uns in drei Gruppen und ließen uns durch die ehemalige Zeche führen. Eine vierte Gruppe benutzte einen Bus der weißen Flotte und observierte das Gelände auf diese Weise. Der Führer der Gruppe, der ich mich angeschlossen hatte, war sehr redselig. Als erstes kam die philosophische Frage: nehmen wir den Weg eins oder den Weg zwei? Darauf gab es keine klare Antwort und somit entschied er sich für eine Auffahrt bzw. für einen Aufstieg zur Aussichtsplattform. Auf dem Weg dorthin erzählte er einige Details zu der Zechenanlage und zur ihrer Entstehungsgeschichte. Und prompt kam die nächste philosophische Frage: besteht die Bundesrepublik aus 16 oder 17 Ländern? Gemeint war, ist Mallorca unser 17. Bundesland.
Von der Aussichtsplatt aus hat man einen ausgezeichneten Rundblick über Essen aber auch einen Überblick über die Zechenanlage Zollverein inklusive Kokerei. Uns wurde auch gezeigt welch ein riesiges Gebiet die damalige Familie Haniel erworben hatte und somit ein gewaltiges Bergbau-Imperium aufbauen konnte. Die Zeit war mittlerweile weit fortgeschritten. Im Eiltempo ging es weiter durch die Kohlenwäsche und Kohlenverarbeitung. Schnell. ging es noch in ein kleines Nebengebäude, in dem die Arbeit unter Tage in Bildern und Exponaten gezeigt wurde und schon fuhr der Bus zum nächsten Ziel, der Wohnsiedlung Margarethenhöhe.
Der Besuch dieser Wohnsiedlung wurde zum Flop. Leider! Bei der Ankunft auf der Margarethenhöhe gab uns der Vorsitzende eine viertel Stunde Zeit für den Rundgang durch die Siedlung; dies bedeutete, im Eiltempo eine Straße hin und die nächste Straße zurück. Und alles in weniger als 10 Minuten. Unter dieser Vorgabe hätte ich lieber auf den Besuch verzichten sollen.
Die von Frau Margarethe Krupp anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Berta 1906 gestiftete und ab 1909 gebaute Siedlung ist ein städtebauliches Meisterwerk, auch noch bis heute. Der Architekt Georg Metzendorf variierte ein kleines Sortiment Haustypen mittels vieler liebevoller Details so gekonnt, dass eine abwechslungsreiche, in sich geschlossene harmonische Siedlung entstand. Zudem waren die Wohnungen vorbildlich ausgestattet. Die Zone um den Marktplatz verdient besondere Aufmerksamkeit. In Besuch lohnt sich allemal. Der junge Stadtplaner Metzendorf hat auch die Mathildenhöhe in Darmstadt entwickelt. Das weitere Ziel war die Villa Hügel, der Stammsitz der Krupp-Dynastie.
Auf einer Anhöhe oberhalb des Baldeneysee steht diese großartige Residenz, ehemals im Besitz der Familie Krupp. Heute verwaltet eine Stiftung das Anwesen. Ein riesiger Park mit altem und exotischem Baumbestand, schon sehr sehenswert, umringt die Villa. Wieder in drei Gruppen aufgeteilt, wurden wir durch beide Häuser geführt und ausgezeichnet über die Geschichte des Hauses und die Entwicklung des Unternehmens Krupp informiert.
Anschließend, nach einem Spaziergang durch den Park, erreichten wir unsere letzte Station, das Restaurant Hügoloss. Und da gab es dann eine Überraschung: Der Service war perfekt, das Essen sehr gut, ein freundliches Personal und das führte auch zu einer guten Stimmung. Weil alle Mitreisenden recht brav waren, spendete der Vorstand eine Lokalrunde Ouzo. Gut gelaunt begann die Heimfahrt und auf dieser Fahrt lief unser Schatzmeister zu einer kabarettistischen Hochleistung auf. Das Lachen nahm einfach kein Ende.

Zusammenfassung.
Zur Zeche Zollverein:
Der Kohleabbau im Ruhrgebiet begann um 1840-1845. Baubeginn der Zeche Zollverein ab 1847. Erste Kohlenförderung ab 1851. Gesamtanlage im Besitz der Familie Haniel. Die ersten Schachtanlagen sind bereits abgebaut. Schacht XII 1928-132 erbaut im Industriestil der Jahre 1920-1930. Gilt immer noch als die schönste und größte Schachtanlage der Welt. Die Architekten waren Fritz Schupp und Martin Kremmer. Ende der Förderund 23.12.1986. Danach Denkmalschutz und ab 2001 Weltkulturerbe. Fördermenge: täglich 16.000 Tonnen Rohkohle

Margaretenhöhe:
Durch eine Stiftung 1906, Baubeginn 1909, fertig 1938, ab 1987 Denkmalschutz, deutschlandweit einmalig Variabler Baustil zu nur wenigen Grundelementen. Marktplatz eingefasst von Arkaden und Laubengängen. Erster Kruppscher Konsum.

Die Villa Hügel
im Essener Stadtteil Bredeney wurde 18701873 von Alfred Krupp errichtet und ist das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie Krupp. Die Villa verfügt auf ihren 8.100 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche über 269 Räume und liegt an prominenter Stelle über dem Ruhrtal und dem Baldeneysee im 28 Hektar großen zugehörigen Hügelpark. Heute ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Eigentümerin des Anwesens.

Zum Schluss:
Erstaunlich hoch war die Zahl der mitfahrenden Gäste, also Nichtmitglieder. Dies zeigt einerseits das große Interesse sowohl an der Fahrt ins Ruhrgebiet als auch am Heimatverein insgesamt. Betrüblicherweise fehlten jedoch viele Stamm-Mitfahrer. War es das falsche Ziel? Kritik nehme ich gerne entgegen (02202-9891075). Ich bin ja noch lernfähig.

Herzlichst euer W. Rosenblatt